25. Januar 2023 – Prozessoptimierung | Trends | Mediengestaltung

Welcome to the dark side –

warum wir uns vom Mac verabschieden

 

In der Medienproduktion haben sich im Gegensatz zur übrigen Geschäftswelt die Macs durchgesetzt. Dies ist historisch bedingt, da die nötigen Technologien in der Anfangszeit des Desktop-Publishing nur auf der Apple-Plattform vorhanden waren. Bei Brunner Medien sind die Tage der Macs nun aber gezählt. Ich erläutere hier, was zu diesem Entscheid geführt hat und wie man als Mac-User lieb gewonnene Funktionen zu Windows hinüberretten kann.

 

 

Echt? Warum ausgerechnet jetzt sich von den Macs verabschieden, wo Apple mit den eigenen Chips der Konkurrenz punkto Performance und Energieeffizienz doch deutlich voraus ist? In unserer IT-Umgebung war es so, dass für die Macs öfter mal ein Workaround oder eine Speziallösung nötig war, um sie in die ansonsten von Windows dominierte Unternehmens-IT einzubinden. Für die Administration entstand Zusatzaufwand, da zwei Plattformen gepflegt werden mussten. Der Entscheid, die bestehende, auf Windows basierende ERP-Lösung auszubauen und noch tiefer in unsere Prozesse zu integrieren, führte dann endgültig zum Wechsel.
 

Ein Vernunftentscheid

Dieses Frühjahr werden nun die letzten Macs ausgemustert – das ist für viele in unserem Team eine emotionale Angelegenheit, mich eingeschlossen. Es gibt gute Gründe, die für die Macs sprechen. Die Hardware ist aktuell technisch überlegen und Apple ist nach wie vor einer der wenigen Hardwarehersteller, der versteht, dass es bei gutem Design nicht nur um die Optik geht, sondern auch darum, wie sich etwas anfühlt und wie es funktioniert. Das zeigt sich auch deutlich beim Betriebssystem. macOS ist schöner – oder sagen wir: weniger hässlich – als Windows. Zudem versteht es Apple, den Benutzerinnen und Benutzern die wirklich wichtigen Funktionen schlank und verständlich anzuzeigen. Der Rest wird gut versorgt, sollte es ein Poweruser dann doch mal brauchen. Bei Microsoft gilt eher die Devise, den Benutzerinnen und Benutzern möglichst viele Funktionen und Werkzeuge vor den Latz zu knallen.
Das sind alles weiche Faktoren und halt keine handfesten Gründe, beim Mac zu bleiben. Der Wechsel war also ein Vernunftentscheid, oder wie ich es empfinde: Der Verstand sagte Ja, das Herz sagte Nein. Funktional spricht nichts gegen Windows, auch in der Medienproduktion. Alle wichtigen Applikationen laufen genauso gut, schnell und stabil. Und vom IT-Standpunkt her können die Geräte endlich einheitlich konfiguriert und administriert werden.
 

Tipps für Umsteiger

Es macht Sinn, sich als User der Plattform anzupassen – go with the flow! Und doch gab es bei meinem Wechsel vor einigen Monaten Funktionen, die ich vermisst oder mir in anderer Form gewünscht habe. Hier ein paar Tipps in keiner bestimmten Reihenfolge. 

Quicklook

Auf dem Mac eine oder mehrere Dateien auswählen, Leertaste drücken und schon poppt eine schnelle Vorschau auf die Datei auf. Dies gibt es in Windows eingebaut in dieser Form nicht. Im Microsoft Store gibt es jedoch einen Klon, QuickLook von Paddy Xu. Nicht ganz so elegant wie das Original, nicht ganz so schnell, aber es funktioniert.

Mission Control

Mission Control zeigt auf macOS alle offenen Fenster und falls vorhanden die virtuellen Desktops an, ermöglicht so einen blitzschnellen Wechsel zwischen Programm- oder Finderfenstern und verschiebt diese bei Bedarf zwischen virtuellen Desktops. Auf Windows heisst die sehr ähnliche Funktion Taskansicht. Sie ist etwas weniger flüssig als auf dem Mac und leider ist die Relation der Fensterpositionierung zueinander nicht ersichtlich. Dies macht zum Beispiel bei mehreren offenen Explorer-Fenstern das Auffinden des gewünschten Fensters viel weniger intuitiv als auf macOS.

Dateien im Stapel umbenennen

Auf macOS lassen sich im Finder mehrere Dateien/Ordner auswählen und dann über das Kontextmenü umbenennen. Diese Funktion war bei mir oft im Einsatz. Eine Auftragsnummer vor jeden Dateinamen hinzufügen, Dateien automatisch durchnummerieren, Teile des Namens entfernen: schlank und einfach, sehr Apple-like im Betriebssystem integriert, ohne die Kommandozeile zu bemühen. Das gibt es auf Windows so nicht. Aber bei der Suche nach einer Alternative bin ich auf eine richtige Wundertüte gestossen: die Microsoft PowerToys, zu finden gratis im Microsoft Store. Eine der Funktionen ist die Stapel-Umbenennung. Problem gelöst! Die PowerToys vereinen eine Menge sehr nützlicher Funktionen und wären einen eigenen Artikel wert. Ich finde, sie sind für jeden intensiven Benutzer Pflicht.

Text aus Bildern kopieren

Text auf einem Bild mit dem Cursor markieren und als Text rauskopieren – das ist auch auf macOS eine relativ neue Funktion. Auch hier kommen auf Windows die PowerToys ins Spiel: mit dem Textextraktor.

Der letzte handfeste Grund, bei macOS zu bleiben, hat sich Anfang dieses Jahres auch erledigt. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.
 

 

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Tobias Röllin

Technopolygraf, technischer Leiter Vorstufe

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