TwitterFacebookCallback


Sandra Barmettler
Web- & Mediapublisherin
 
041 318 34 56
s.barmettlerbag.ch
Newsletter abonnieren

12.06.2019

Kategorie: Design & Interactive


Titel und ihre Eigenschaften

 

Was braucht es für einen guten Haupttitel? Was sind die Eigenschaften von Rubriktiteln? Welchen Zweck haben Untertitel? Wie erkenne ich als Layouterin bei gelieferten Texten, was nach welchen Kriterien wohin gehört? In diesem Beitrag stelle ich Ihnen verschiedene Titelarten und ihre Eigenschaften genauer vor mit dem Ziel, das Verständnis für die Hierarchie und die Gewichtung beim Gliedern und Strukturieren von Texten zu fördern.

 

 

 

 

 

Titel und Zwischentitel

 

Ein Titel (damit sind jetzt keine Ehren- oder Herrschertitel für Personen gemeint) ist neben ansprechenden Bildern ein Hauptbestandteil für Texte aller Art. So animiert ein guter Titel zum Beispiel zum Lesen des nachfolgenden Textes. Gäbe es keine prägnanten und ansprechenden Titel, würden wohl viele Texte gar nicht erst beachtet, geschweige denn gelesen. Gestalter und Schriftkünstler Albert Kapr (1918–1995) sinnierte einst: «Der Haupttitel hat die repräsentative Funktion des Tores zum Text.» Daher ist es ratsam, Titel auch immer wieder zu hinterfragen: Sind sie spannend und aussagekräftig genug oder langweilen sie und gehen am Thema vorbei?

 

Die wichtigsten Eigenschaften eines Titels:

  • Er sollte klar und eindeutig als solcher erkennbar sein. Die Schrift muss so gewählt werden, dass der Text gut lesbar ist.
  • Er sollte kurz, aussagekräftig und einprägsam ­gehalten werden.
  • Er soll den Leser neugierig machen und dazu animieren, den Artikel zu lesen.
  • Er umschreibt, welche Frage oder welches Thema im Text behandelt wird. Damit der Titel nicht zu lang wird, kann er in einem Untertitel mit näheren Erläuterungen ergänzt werden.
  • Er sollte nicht mehr als zwei Zeilen umfassen, andernfalls verliert er seine Wirkung.
  • Er sollte nicht durch Silbentrennung unterbrochen werden – einerseits aus ästhetischen Gründen, andrerseits, weil Trennungen das Lesen erschweren. Ist Silbentrennung unvermeidlich, sollten nur schöne Trennungen gewählt werden.

 

 

Zwischentitel

Zwischentitel dienen der Gliederung und Strukturierung der Textabschnitte. Sie bieten der Leserschaft einen schnellen Ein- oder Wiedereinstieg in einen Text.

 

Die wichtigsten Eigenschaften eines Zwischentitels:

  • Er darf nie mehr als zwei Zeilen lang sein.
  • Er ist oft in gleicher Schriftgrösse geschrieben wie der Lauftext, kann aber auch 1 bis 2 Punkt grösser gesetzt sein. Auf keinen Fall darf er aber den Haupttitel konkurrenzieren.
  • Er unterscheidet sich vom Lauftext durch eine dickere Strichstärke.

 

 

Über- und Untertitel

 

Durch Über- und Untertitel lassen sich die Themen der Textinhalte besser abstecken. Sie ermöglichen eine inhaltliche Präzisierung, die durch den kurzen, prägnanten Haupttitel nicht möglich ist. Der Untertitel darf keine Konkurrenz zum Titel sein, sondern sollte diesen ergänzen und unterstützen.

 

Die wichtigsten Eigenschaften eines Über- oder Untertitels:

  • Er steht immer in der Nähe des Haupttitels. Entweder wird er direkt über dem Titel platziert (Übertitel) oder unmittelbar darunter (Untertitel).
  • Bei der Gestaltung wird auf eine einheitliche Darstellungsform geachtet. Er sollte mit dem Haupttitel eine harmonische Einheit bilden.
  • Bei der Wahl der Schrift sollte die gute Lesbarkeit oberstes Kriterium sein. Versalbuchstaben oder gesperrte Buchstaben zum Beispiel sind zu unterlassen.
  • Über- und Untertitel helfen dem Haupttitel, den Inhalt des Textes präziser zu umschreiben.

 

 

Rubrik und Unterrubrik

 

Rubriktitel sind in erster Linie Führungsinstrumente und dienen der Sammlung und Gliederung verschiedenster Kurzinformationen unter einem grossen Thema. Ursprünglich stammen die Rubriken aus mittelalterlichen Handschriften. In diesen trennten sie mit in rot gehaltenen Überschriften einzelne Abschnitte voneinander. Diese Form der Strukturierung von Texten wurde von Zeitungen und Zeitschriften übernommen und ist bis heute in Gebrauch. Beispiele für Rubriken in Tageszeitungen sind Politik, Ausland, Wirtschaft oder Sport. Beim Einkaufen stehen die Rubriken für die einzelnen Warenkategorien, etwa Gemüse, Fisch und Fleisch, Haushaltswaren usw.

 

Die wichtigsten Eigenschaften einer Rubrik:

  • Sie kommt regelmässig vor und lautet immer gleich. Oft bezeichnet ein einziger, eher sachlicher Begriff die Rubrik.
  • Die Gestaltung sollte möglichst einfach und dezent sein. Auch hier: Der Haupttitel wird nicht konkurrenziert.
  • Rubriken haben oft einen festen Platz innerhalb einer Publikation, was für den Leser sehr hilfreich ist. In Büchern lassen sich Rubriken sehr gut mit der Paginierung kombinieren.

 

 

Unterrubrik

Unterrubriken sind den Rubriktiteln untergeordnet. Verfügt eine Rubrik über verschiedene Themen, für die es Sinn macht, feingliedriger zu strukturieren, kommt die Unterrubrik zum Einsatz. Für Unterrubriken gelten die gleichen Eigenschaften wie für Rubriken.

 

  

Der Kleiderschrank als bildhaftes Beispiel. Der Begriff «Kleider» steht für die Rubrik. Im Kleiderschrank werden aber verschiedene Kleidungsstücke versorgt. Jedes Kleidungsstück steht für eine Unterrubrik, also zum Beispiel «Oberteile», «Beinkleider» oder «Unterwäsche».

 

 

Fazit

 

Machen Sie als Kunde Ihre Texte für das Layout bereit, ist es hilfreich, wenn Sie über die Eigenschaften des jeweiligen Titeltyps Bescheid wissen. Vor allem mit einer konsequenten Unterscheidung von Rubrik, Unterrubrik und Titel machen Sie es Ihren Lesern einfacher. Achten Sie in Texten auf eine saubere, aufgeräumte Gliederung und unterteilen Sie die Texte in Abschnitte mit guten Zwischentiteln, entsteht für den Leser ein schnell erstelltes, überschaubares und ansprechendes Produkt, das auch gelesen wird.

Kommentare (0)


Zur ÜbersichtMehr Artikel dieses AutorsMehr Artikel dieser Kategorie

Teilen Sie uns Ihre Meinung oder Anfrage mit


Gerne ergänzen wir unsere Beiträge mit Ihren Meinungen und Kommentaren.