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Sandra Barmettler
Web- & Mediapublisherin
 
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06.02.2019

Kategorie: Design & Interactive


Aufgepasst bei Füllmethoden und Effekten

 

Füllmethoden oder Effekte eröffnen gestalterisch viele Möglichkeiten, bergen aber auch einige Gefahren. Denn was am Bildschirm gut aussieht, kann beim Aufbereiten der Druckdaten schon mal zu einer grossen Überraschung im negativen Sinn führen. Wie man Füllmethoden und Effekten gut einsetzen kann, auf was man bei deren Erstellung achten sollte und wo die Stolpersteine sind.

 

 

 

Dieses Beispiel wurde ausschliesslich im InDesign erstellt – mit folgenden Füllmethoden und Effekten, die ich weiterempfehlen kann. Effekte: Schlagschatten (Schrift), weiche Verlaufskante (rote und weisse Fläche oben und unten), einfache weiche Kante (heller Kreis auf der Höhe des F). Füllmethoden: Ineinanderkopieren (heller Kreis auf der Höhe des F), Abdunkeln (rote Verlaufsfläche am unteren Bildrand), Multiplizieren (Ornament hinter der Schrift).

 

 

 

Effekte

 

 

Mit dem Effektfenster lassen sich Effekte und Füllmethoden auf Objekte anwenden, die früher nur mühsam im Photoshop konstruiert werden konnten. Jetzt ist es möglich, mit wenigen Klicks und Einstellungen Transparenzeffekte oder Überlappungsmöglichkeiten direkt im Layoutprogramm auf ein Objekt anzuwenden.

 

 

 

Beispiel im InDesign. Effekte können auf das gesamte Objekt, nur auf die Fläche oder auf die Kontur angewendet werden.

 

 

 Unter Fenster > Effekte öffne ich das «Effektebedienfeld» und erhalte Zugang zu folgenden Einstellungsoptionen:

1 Schlagschatten / 2 Schatten nach innen / 3 Schein nach aussen / 4 Schein nach innen / 5 Abgeflachte Kante und Relief / 6 Glanz / 7 Einfache weiche Kante / 8 Direktionale weiche Kante / 9 Weiche Verlaufskante

 

Auf die genauen Einstellungen der Effekte möchte ich hier nicht weiter eingehen, sondern verweise auf die

Adobe-Seite, welche die Effekte und Einstellungen bereits sehr gut erklärt. Wer zum «Probieren geht über Studieren»-Typ gehört, kann auch selber mit den jeweilgen Effekten experimentieren. Durch Anklicken der Vorschau wird der Effekt gleich live angezeigt.

 

 

Füllmethoden

 

Mit der Füllmethode kann ich Farbe, Bild oder Muster der ausgewählten Objekte miteinander vermischen und kombinieren. Die Farbe kann bei der Füllmethode eine entscheidende Rolle spielen. Schwarz oder Weiss zum Beispiel hat je nach Methode gar keine Auswirkung auf das Objekt. Die Intensität der Wirkung kann zusätzlich durch die Deckkraft der Objekte verstärkt oder abgeschwächt werden.

 

Hier liegen auch die grössten Stolpersteine, die zwischen Bildschirmansicht und Druck-PDF auftreten können. Um solche «Ach nö»-Momente zu vermeiden, sollte die Separationsvorschau immer aktiv angewählt sein.

 

 

Folgende Füllmethoden stehen zum Beispiel im InDesign zur Auswahl:

1 Multiplizieren / 2 Negativ multiplizieren / 3 Ineinanderkopieren / 4 Weiches Licht / 5 Hartes Licht / 6 Farbig abwedeln / 7 Farbig nachbelichten / 8 Abdunkeln / 9 Aufhellen / 10 Differenz / 11 Ausschluss / 12 Farbton / 13 Sättigung / 14 Farbe / 15 Luminanz

 

 

 

Beispiel einer Farbfläche in CMYK. Die rote Fläche im Hintergrund beträgt 100% Magenta und 100% Yellow. Die zwei überlappenden Dreiecke sind jeweils Schwarz 100% eingefärbt und bei a auf Multiplizieren 80% und b negativ Multiplizieren 30% eingestellt.

 

 

Was am Bildschirm interessant aussieht, kann bei aktivierter Separationsvorschau plötzlich für ein böses Erwachen sorgen. Schwarz hat bei negativer Füllmethode keine Wirkung auf das Ergebnis. Der Hintergrund liegt in der unterschiedlichen Farbmischung von Licht (Additiv) und Druckfarben (Subtraktiv).

 

 

Wenn ich die Fläche b mit Weiss oder einer anderen Farbe fülle, erhalte ich wieder ein Mischergebnis, welches auch bei aktivierter Separationsvorschau zu sehen ist.

 

Ausführliche Beschriebe zu den jeweiligen Füllmethoden finden Sie auf der Adobe-Seite.

 

 

Vorsicht bei Volltonfarben und Füllmethoden

 

Vor allem bei Volltonfarben können bestimmte Füllmethoden zu unerwarteten und nicht reproduzierbaren Ergebnissen führen. Daher gilt als oberste Direktive: immer die Separationsvorschau (Überdruckvorschau) aktivieren. Volltonfarben können oft nur bedingt simuliert werden. Wenn das Ergebnis der Füllmethode nicht zufriedenstellend sein sollte, wird eine andere oder keine Füllmethode empfohlen.

 

 

Das Beispiel zeigt drei Vollton-Farbflächen, welche mit unterschiedlichen Füllmethoden und Effekten übereinandergelegt wurden. Beim Aktivieren der Separationsvorschau sieht das Ergebnis (Trommelwirbel) …

 

 

… so aus (ach nö!).

 

 

Wird die Farbe in CMYK erstellt, sieht das Ergebnis wie gewünscht aus, ist jetzt aber kein einfarbiges Produkt mehr.

 

 

Füllmethoden und Effekte in anderen Programmen

 

Auch im Illustrator oder in anderen Layoutprogrammen kann ich mithilfe von Füllmethoden und Effekten solche Transparenz- und Deckkrafteffekte erstellen. Hier gilt das genau Gleiche wie im InDesign: immer die Separationsvorschau einblenden (falls vorhanden). Dabei spielen das Druckverfahren und die RIP-Technologie eine entscheidende Rolle. Digital- und Offsetdruck haben andere Möglichkeiten als der Siebdruck. Auch der Bedruckstoff kann Einfluss auf das Druckergebnis haben. Falls keine Separationsvorschau aktiviert werden kann, empfehle ich das Erstellen eines Druck-PDFs im PDFX4-Standard. Wenn das Ergebnis da schon nicht gut aussieht, kommt es beim Endprodukt auch nicht korrekt heraus.

 

 

 

Fazit

 

Immer die Separationsvorschau einblenden! Füllmethoden und Effekte eröffnen ein grosses gestalterisches Spektrum. Sie bieten tolle Möglichkeiten, mit einem einfachen Klick Effekte herbeizuführen, die früher umständlich konstruiert werden mussten. Aber Achtung vor Stolpersteinen! Das Druckverfahren, der Bedruckstoff und der damit verbundene Farbraum sowie die Farbwiedergabe sollten stets im Auge behalten werden, um Enttäuschungen oder Ärger zu vermeiden. Selbst mit all den technischen Möglichkeiten für die Produktion ist leider nicht immer alles so schön reproduzierbar, wie es das Licht am Monitor zu simulieren vermag.

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