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Martin Hegglin
Bereichsleiter Marketing und Verkauf
 
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24.10.2018

Kategorie: Print


Mit Coca-Cola gegen Stoppkleber

  

Vor Kurzem erhielt ich erfreuliche Post. Ich wurde informiert, dass ich in meinem Milchkasten demnächst Warenmuster namhafter Produzenten vorfinden werde. Natürlich gratis und unverbindlich. Einfach mal etwas Neues ausprobieren. Vielleicht schmeckts ja. Aber der Absender des Schreibens macht stutzig: Es ist die Post CH AG. Da fragte ich mich schon, was das soll, und begann interessiert zu lesen.

 

 

 

 

Persönlich angeschrieben und in einem offiziellen Postkuvert verschickt orientierte mich ein Mailing, dass meine Wohngegend für einen Test für die Wirkung und Akzeptanz von Warenmustern auserkoren worden sei. Den führe die Post in Zusammenarbeit mit bekannten Unternehmen der Konsumgüterindustrie regelmässig in ausgesuchten Gegenden durch. In den kommenden Monaten würden mir Warenmuster zugestellt, die ich unverbindlich ausprobieren könne.

 

 

Nicht auf persönliche Daten aus

 

Auf der rechten Seite des Mailings waren drei Produkte abgebildet: ein Kokosnussdrink, ein Nahrungsergänzungsprodukt und eine Flasche Coca-Cola Zero. Allesamt Produkte, die ich im Laden links liegen lassen würde. Aber mal kostenlos ausprobieren? Warum nicht. Also, was muss ich machen? Talon einsenden? Wettbewerbsfrage beantworten? E-Mail schicken? Hinter welchen meiner persönlichen Daten sind die Wohltäter her? Die Antwort: hinter gar keinen. Was soll dann das Ganze?

 

 

«Werbung OK!»

 

Im dritten Abschnitt folgt die Auflösung. Da steht: «Warenproben gelten als Werbesendungen [...] die wir nur in Briefkästen verteilen dürfen, die nicht mit einem ‹Bitte keine Werbung›-Vermerk gekennzeichnet sind.» Es folgt eine ausführliche Instruktion, wie vorzugehen ist, um den Briefkasten werbefreundlich zu machen. Und für die eher bequemeren Zeitgenossen liegt auch gleich ein «Werbung OK!»-Kleber bei, damit das mühsame Entfernen des Stoppklebers nicht zum Stolperstein wird.

 

 


 

Auszug aus dem Mailing: Mit Warensendungen bringt die Post die Empfänger dazu, den Briefkasten werbefreundlich zu machen.

 

 

Aufklärung und Rendite

 

Dem gelben Riesen geht es einerseits um Aufklärung: all das verpasst, wer einen Stopp-Kleber am Briefkasten hat. Anderseits aber sicher auch um eine bessere Durchdringung von unadressierter Werbung. Denn die Massenwerbesendungen, die mehrmals wöchentlich unsere Briefkästen fluten, werden durch die «Stopp Werbung»-Kleber blockiert. Und hier entgeht der Post bares Geld. Je mehr Zustellungen, je höher die Rendite. Jeder Kleber zählt. Daher wird dem Konsumenten ein Zückerchen für die Entfernung des leidigen Klebers geboten. Eigentlich clever.

 

 

Neue Perspektiven

 

Für die grafische Branche können Briefkästen ohne Stopp-Kleber auch nicht schlecht sein. Zwar sind nur die Grossen in die Herstellung dieser Streuwerbung involviert. Wenn aber die Akzeptanz von unadressierter Werbung dadurch gesteigert wird, könnte das auch regional oder lokal neue Perspektiven eröffnen. Es gibt zwar heute schon die Möglichkeit, mit teiladressierter Werbung diese Stoppkleber zu umgehen, doch das ist sowohl in der Produktion als auch bei der Zustellung kostenintensiver als eine unadressierte Sendung. Und ob die Beachtung höher ist, wage ich zu bezweifeln.

 

 

Fazit

 

Aus Marketer-Sicht wäre es spannend, zu erfahren, ob die Aktion Früchte trägt.

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