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Melanie Gerber
Art Direction
 
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19.10.2016

Kategorie: Design & Interactive


Das Tüpfchen auf dem «i»

 

Kennen Sie den Unterschied zwischen dem kleinen x und dem Malzeichen? Wie gliedert man mehrstellige Zahlen? Setzt man Klammern mit oder ohne Abstand? Fragen, die für uns Typografen himmelklar sind, stellen manchen Schreiberling oder Officeprofi, aber auch Künstler und Grafiker vor Herausforderungen. Denn bekanntlich liegt der Teufel im Detail.

 

Manchmal frage ich mich, ob es einfach an der Bequemlichkeit einzelner Leute liegt oder es vielen einfach egal ist, wie Zeichen richtig gesetzt werden. Denn immer wieder trifft man auf Beispiele, die das Typografenherz arg strapazieren. Etwa wenn man nach Emmenbrücke fährt. Tatsächlich hat es jemand geschafft, die Ortseingangstafeln unterschiedlich zu beschriften. Warum ist der Hinweis «Gde. Emmen» einmal mit Leerschlag eingeklammert und einmal ohne? Beantworten kann das wohl keiner, bemerkt habens wohl die wenigsten und sich darüber genervt sicher die Schreibende, weils einfach unschön ist. Korrekt ist übrigens ohne Abstand.

 

 

 

Ein Ortsschild von Emmenbrücke hat zwischen Klammer und Text einen Abstand – ein anderes nicht.

 

 

Das verflixte Malzeichen

 

Für weitere Beispiele muss ich nicht lange suchen. Als Malzeichen muss man sich wirklich schrecklich fühlen, denn man ist meist zweite Wahl, muss hinter dem kleinen x anstehen. Dabei sehen die zwei doch total unterschiedlich aus. Während «x», wie es sich gehört, auf der Schriftlinie steht, steht das Malzeichen etwas erhöht.

 

Auch der Winkel der beiden Schenkel ist unterschiedlich. Alles eindeutige Merkmale, und doch werden zum Beispiel Papierformate, der  4×4-Antrieb und mathematische Formeln immer wieder falsch geschrieben. Die Sonderzeichen findet man in der Officeumgebung übrigens ganz einfach. Das Malzeichen steht in meiner Liste ganz weit vorne ...

 

Unterscheidung zwischen dem Malzeichen und dem Kleinbuchstaben «x».

 

 

Sonderzeichen sind in Standardsoftware wie Microsoft Word enthalten und leicht auffindbar.


 

Zahlen richtig gliedern

 

Wenn die Zeit der Rechnungsabschlüsse und Jahresrechnungen bevorsteht, kommt man immer wieder in den Genuss von kreativen Zahlengliederungen. Dabei wäre es doch so einfach. Zahlen werden ab fünf Stellen gegliedert. Und das bitte nicht mit einem Minutenzeichen (') oder verkehrtem Apostroph (‘), sondern mit einem Achtelgeviert. Im Officebereich kennt man kein Achtelgeviert, dort wird mit einem geschützten Leerschlag gegliedert.

 

Der korrekte Apostroph (’) ist in der Finanzwelt weit verbreitet, Excel sei Dank, denn dort geschieht die Gliederung automatisch mit dem Apostroph. Aber auch hier: Mit der entsprechenden Voreinstellung kann man die Zahlengliederung mit einem Leerschlag steuern und beim nächsten Jahresbericht den Typografen damit happy machen.

 

  

 

Mit den richtigen Einstellungen gelingt die korrekte Zahlengliederung problemlos.

 

 

Dr. Pingelig gibt Auskunft

 

Es gäbe viele Anekdoten zur Zeichensetzung zu erzählen, und wer denkt, ich sei schon etwas pingelig, widme sich diesem interessanten Link auf Facebook. Verfolgen Sie die Beiträge des reellen Dr. Pingelig und staunen Sie, wie viele Fehler in der Zeichensetzung gemacht werden.

 

Wer gerne das 1×1 der Zeichensetzung erlernen oder dem hochstenden Design den letzten Schliff verpassen möchte, dem empfehle ich das Buch «Zeichen setzen» von Ralf Turtschi. Er befasst sich akribisch genau mit den einzelnen Zeichen und erläutert in eingängigen Beispielen, wie man es richtig macht.

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