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Armin Barmet
Kommunikationsspezialist
 
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07.09.2016

Kategorie: Kommunikation


Texte leserfreundlich gliedern

 

Neben dem Interesse für den Inhalt und dem verdaubaren Umfang ist der visuelle Aufbau eines Textes entscheidend dafür, ob wir an ihm dranbleiben. Gut gegliederte Texte sind Texte, die den Lesefluss unterstützen, die Verständlichkeit des Geschriebenen fördern und den roten Faden sowie die Chronologie sichtbar machen. Es ist darum wichtig, die verschiedenen visuellen Strukturierungselemente bewusst einzusetzen.

 

 

 

Das Auge liest mit. Natürlich – nur bei Texten in Blindenschrift ist das Sehen nicht der dominierende Sinn, wenn wir einen Text lesen. Wir erfassen einen Text aber nicht nur, indem wir Wort für Wort und Satz für Satz lesen. Auch das Gesamtbild, seine visuelle Gliederung, spielt für den «Leseerfolg» eine wesentliche Rolle.

 

 

 

Werkzeuge ...

 

Es gibt verschiedene Hilfsmittel, mit denen wir Texte visuell strukturieren können. Gängig und für praktisch alle Textsorten geeignet ist sicher das Setzen von Abschnitten. Auch Titel in unterschiedlichen Ausprägungen (Übertitel, Haupttitel, Zwischentitel) ermöglichen dem Lesenden einen besseren und schnelleren Überblick über einen Text. Nicht minder wirkungsvoll sind Aufzählungen oder Zusatzelemente wie Kästchentexte und Infografiken, die Basistexte ergänzen. Selbstverständlich sind die Wörter selber auch ein Werkzeug im Dienste der Strukturierung von Texten, allerdings mehr der inhaltlichen, weniger der visuellen.

 

 

... und ihre Funktionen in der visuellen Gliederung

 

  • Abschnitte: Sie unterstützen den logischen Aufbau eines Textes. Es macht Sinn, pro Absatz nicht mehr als einen Gedanken oder einen Aspekt aus dem Thema Ihres Textes auszuführen. Das bewusste Setzen von Abschnitten schützt Sie davor, Gedankensprünge zu machen und den Leser zu verwirren.

 

  • Titel: Sie sollten sich grafisch abheben und eine schnelle Orientierung bieten. Beim Formulieren haben Kreative die Nase vorn.

 

  • Aufzählungen: Sie bieten eine willkommene Abwechslung zum «gewöhnlichen Text». Solcherart wiedergegebene Inhalte kann sich der Leser besser merken, wenn sie hervorgehoben sind. Setzen Sie also Aufzählungszeichen (z.B. Bullet Points, Gedankenstriche, Nummern). Eine moderne Form der Aufzählung sind sogenannte Listings: «10 Argumente, warum Sie niemals…», «5 Tipps, wie Sie …» usw. Unser Blog nutzt diese Form der Aufzählung (aktuellstes Beispiel: 5 Gründe, warum Unternehmen Instagram nutzen sollten).

 

  • Zusatzelemente: Sie bündeln Informationen oder bieten ergänzende Inhalte. Unterschätzen Sie ihren Lockfaktor nicht. Untersuchungen führen stets zum gleichen Resultat: Informationen, die abgesetzt in Kästchen oder Grafiken stehen, wecken das Interesse des Lesers und werden vor dem Haupttext gelesen.

 

 

Nicht zu wenig, nicht zu viel

 

Vollkommen unstrukturierte Texte, sogenannte Bleiwüsten, fallen vielleicht auf – aber bestimmt nur negativ. Sie können es mit der Gliederung aber auch übertreiben. Wenn nach jedem zweiten Satz ein neuer Abschnitt folgt, in jeder Zeile ein Hervorhebung markiert ist, mit zu vielen Titelhierarchien gespielt wird, verpufft die Wirkung, die Sie mit den Strukturierungselementen erreichen wollen. Wir halten es also mit Paracelsus:  Leben im Gleichgewicht. Zu viel ist nie gut.

 

 

Satzzeichen

 

Eine zentrale Rolle in der Gliederung von Sätzen und damit von ganzen Texten haben Satzzeichen. Sie sind mitunter für die Rhythmisierung zuständig, auf die das lesende Auge angewiesen ist. Nach einem Punkt ist der Satz abgeschlossen, der Gedanke fertig ausgeführt. Nach einem Doppelpunkt jedoch folgt eine Präzisierung, eine Ergänzung, eine Aufzählung. Das viel geschmähte Komma zeigt Satzpausen an – und kann übrigens sogar Leben retten: «Komm, wir essen, Opa»; «Komm, wir essen Opa».


 

Tipps für noch nicht routinierte Artikelschreiber

 

  • Fassen Sie die Hauptaussage Ihres Textes in einem sogenannten Lead zusammen. Das Lead steht am Anfang eines Artikels und hat die Funktion einer Einleitung. Es sollte sich auch visuell vom Fliesstext abheben, zum Beispiel fett oder kursiv stehen. Sie müssen sich hier kurz fassen und dürfen keine Abschnitte setzen. Leser entscheiden oft anhand des Leads, ob Sie sich die Lektüre des ganzen Textes antun wollen.

 

  • Nutzen Sie die Wirkung von knackigen Zwischentiteln. Knackig heisst kurz, treffend, aus einem Guss. Natürlich muss er sich inhaltlich auf das beziehen, was bis zum nächsten Zwischentitel folgt.

 

  • Was viele nicht wissen: Unmittelbar nach dem Lead sollten Sie nicht schon den ersten Zwischentitel setzen.

 

  • Achten Sie auf schöne Umbrüche. Im Blocksatz bewahrt die Silbentrennung vor hässlichen Wortzwischenräumen (meine Kollegin im Korrektorat spricht von «Elefantenfüssen»).

 

  • Zu guter Letzt: Setzen Sie sich gegen Bleiwüsten zur Wehr. Ignorieren Sie solche Texte. Deren Schreiberlinge haben es nicht anders verdient. Okay, Sie wollen kooperativ sein: Dann schicken Sie dem Autor den Link zu diesem Blogbeitrag.

 

 

Ich wünsche Ihnen viel Spass und Sorgfalt beim Gliedern Ihrer Texte!

 

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