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Tobias Röllin
Technopolygraf
 
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17.08.2016

Kategorie: Design & Interactive


Adobe Typekit: Wie funktioniert die Schriften-Flatrate?

 

Im Grafikalltag ist man mit Handling und Lizenzierung hunderter, oft tausender Schriften konfrontiert. Bisher mussten Schriften einzeln gekauft und installiert werden, oft hatte man sie «irgendwoher», mit entsprechender Unklarheit, was die Lizenzierung betrifft. Mit Adobe Typekit ist für all dies gesorgt – aber wiegen diese Vorteile die Probleme dieses Mietmodells auf?

 

 

 

Was ist Typekit?

 

Adobe Typekit ist in der Essenz ein Onlinedienst für Schriften. Wenn Sie über ein Typekit- oder Creative-Cloud-Abonnement verfügen, haben Sie automatisch Zugriff auf eine grosse Anzahl guter Schriften. Die Bereitstellung und Lizenzierung besorgt Adobe. Also eine Art Spotify für Schriften. Im folgenden Beitrag wird das Handling der Desktopschriften gezeigt. Webfonts sind ein anderes, weites Feld. Mehr darüber ein anderes Mal!

 

 

Wie funktioniert das Schriftenabo?

 

Falls Sie bereits ein Creative-Cloud-Abo haben, ist Typekit schon mit dabei. Ein Blick auf die Typekit-Abopläne zeigt, dass der «Portfolio»-Plan in einem Creative-Cloud-Abo integriert ist. Mit dem «Portfolio»-Plan können Sie aus über 800 Schriftfamilien auswählen; davon können bis zu 100 Schriften gleichzeitig aktiviert sein.

 

 

 

 Wie aktiviere ich die Schriften für meine Desktop-Programme?

 

Über die Creative-Cloud-Desktop-App ...

 

 

…oder direkt im Schriftenmenü einer Applikation:

 

 

Mit einem Klick auf «Schriften von Typekit hinzufügen» gelangen Sie auf die schön gemachte Typekit-Website, wo Sie über diverse Such- und Filterfunktionen zur passenden Schrift finden.

 

Wählen Sie «Schriftarten verwenden», um die gewählte Schrift mit Ihrem Desktop zu synchronisieren:

 

 

Einige Augenblicke später stehen die Schriften in Ihren Desktop-Programmen bereit. Dies gilt übrigens für sämtliche Programme auf Ihrem Computer, nicht nur für die Adobe-Programme.

 

In den Adobe-Programmen sind Typekit-Schriften am Kürzel «Tk» erkennbar:

 

 

 

Was ist, wenn ich Typekit-Schriften weitergeben möchte?

 

Pech gehabt – Sie haben keinen Zugriff auf die eigentlichen Schriftdateien. Der Empfänger Ihrer Daten braucht zwingend auch ein Creative-Cloud- oder Typekit-Abo. Auch wenn Sie z.B. in InDesign die «Verpacken»-Funktion verwenden, werden Typekit-Schriften nicht mitverpackt. Beim Empfänger der Datei fragt das Programm nach, ob die Schrift aus der Cloud aktiviert werden soll:

 

 

 

Kann ich die Schrift verwenden, wenn ich kein Adobe-Abo mehr habe?

 

Nein. Die Schriften sind nur verwendbar, wenn ein aktives Creative-Cloud- oder Typekit-Abo vorhanden ist. Der einzige Weg, an die Schriften zu kommen, ist ein Abo zu lösen oder die Schriften käuflich zu erwerben.

 

 

Verlockendes Angebot mit grossem Fragezeichen

 

Adobe bietet mit den verschiedenen Abodiensten zweifelsohne schön integrierte Lösungen an. Für das Geld wird auch einiges geboten. Auch das leidige Thema mit unklarer oder fehlender Schriftenlizenzierung ist mit Typekit elegant gelöst. Die Frage ist, ob Sie die Abhängigkeit von einem zunehmend unberechenbar agierenden Monopolisten noch weiter zementieren möchten.

 

www.typekit.com

P. S.

Nach wie vor gibt es bei diversen Anbietern Schriften zu kaufen. Immer wieder entstehen tolle neue Schriften, die von ihren Designern mit grossem Aufwand und viel Sorgfalt gestaltet werden. Es ist nur fair, diesen Aufwand auch entsprechend zu honorieren. Hier eine Auswahl zum Reinschauen:

 

www.fontshop.de

www.fontfont.com

www.linotype.com

 

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