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Sandra Barmettler
Web- & Mediapublisherin
 
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22.06.2016

Kategorie: Design & Interactive


Kommandos und mehr für gute Gruppenfotos

 

Ihr Arbeitgeber organisiert einen Firmenausflug oder es findet ein Kundenanlass statt. Für die Erinnerungsfotos und das obligate Gruppenfoto aller Teilnehmenden ist eine interne Person zuständig. Was man für ein gutes Gruppenfoto beachten kann, wie man die Personen anders anordnet und welches der geeignete Zeitpunkt für ein Gruppenfoto ist, erkläre ich in diesem Beitrag.

 

 

Zeitpunkt

 

Soll das Gruppenfoto gleich zu Beginn oder erst am Ende des Anlasses gemacht werden? Ein Gruppenfoto am Anfang zu planen, hat den Nachteil, dass sich alle noch etwas fremd sind und die Schüchternheit dazu führt, dass die Personen nicht nah genug zueinander aufrücken. Das Gruppenfoto am Ende des Anlasses zu machen hat den noch grösseren Nachteil, dass alle in Gedanken schon am Heimgehen sind und die Geduld der beteiligten Personen auf ein Minimum reduziert ist. Der beste Zeitpunkt für ein Gruppenfoto ist daher in der Mitte des Events kurz vor oder nach der ersten oder zweiten Pause. Die Personen haben sich in der Zwischenzeit bestimmt etwas besser kennengelernt und die Motivation und Geduld aller Beteiligten ist immer noch hoch.

 

 

Der Hirte und seine Schafe

 

Es kommt in den allerwenigsten Fällen vor, dass sich eine Gruppe automatisch und ohne Kommando perfekt anordnet. Als interne Person, die das Gruppenfoto erstellen darf, ist man dabei besonders gefordert. Ein Gruppenfoto benötigt viel Führung und jede Menge Kommandos. Ich empfehle daher immer klare Anweisungen zu geben; ohne diese gibt es kein schönes Gruppenfoto! 

 

 

Dank klaren Kommandos können Personen kreativ angeordnet werden.

Bei einer kleineren Personenanzahl können diese hintereinander aufgestellt werden.

Dabei werden Kopf und Oberkörper nach links oder rechts zur Seite geneigt.

 

 

 Lücken stopfen und Umgebung beachten

 

Die Frage «Sieht man mich?» spielt bei der Gruppenfotografie eine grosse Rolle. Jeder, der die Kamera sieht, wird auf dem Gruppenfoto ebenfalls zu sehen sein. Diesen Satz kann man sich gut merken. Doch auch bei allgemeiner Zustimmung betreffend Blickkontaktfrage zur Kamera ist eine Kontrolle stets angebracht.

Jede Lücke zwischen den Personen kann das Gruppenfoto nicht mehr als Gruppe erscheinen lassen. Dabei trage ich als Fotograf die Verantwortung dafür, dass sich die Personen so aufstellen, dass alle die Kamera sehen können. Oftmals genügt ein Schritt zur Seite oder ein Vertauschen der Plätze, um eine Lücke zu schliessen und ein harmonisches Gruppenbild zu erzeugen.

 

Beim Aufstellen einer Gruppe gehören der Hintergrund, das Licht und die Umgebung ebenfalls dazu. Hier – wie auch bei der Porträtfotografie – gilt es, störende Elemente zu entfernen. Eine Treppe oder leichte Steigung ist für ein Gruppenfoto ideal, da die hinteren Reihen so besser zu sehen sind. Auch können Tische, Stühle oder Bänke als Hilfsmittel eingesetzt werden.

 

 

 

Schlechtes Beispiel einer «Gruppenaufstellung».

Die Personen stehen zu weit auseinander und werden kaum als Gruppe wahrgenommen.

 

 

 

Kreative Aufstellung mithilfe einer Sitzbank.

 

 

Kreative Aufstellungen

 

Beim «typischen» Gruppenfoto stellen Sie die Personen in Reihen oder einem Halbkreis auf. Um eine Unschärfe in der vordersten oder hintersten Reihe möglichst gering zu halten, sollten nicht zu viele Reihen gebildet werden. Wenn ich als Fotograf eine erhöhte Position beziehe, umgehe ich dieses Problem, da die Personen dann in etwa den gleichen Abstand zur Kamera aufweisen.

 

 

Beim Fotografieren aus erhöhter Position wird das Problem mit der Unschärfe umgangen.

 

 

 

Die Personen in einer Zahl oder einer Form aufstellen, sitzen, knien oder sich hinlegen lassen und von einer erhöhten Position aus fotografieren.

Dies kann sich z.B. für Jubiläen, Geburtstage oder für ein Frontbild einer Neujahrskarte anbieten.

Nimmt aber auch viel Zeit und die Geduld aller Beteiligten in Anspruch.

 
 
 

 Wer sagt denn, dass die Fotografierten immer stehen müssen? Hinlegen und in die Kamera lächeln kann für alle Beteiligten bequem sein und es entsteht ein extremes Querformat, das für Banner oder Kopfzeilen eingesetzt werden kann. Hier muss ich als Fotograf besonders auf die Unschärfe achten.

 

 

 

Es muss nicht immer der ganze Körper zu sehen sein.

Einfach einmal auf den am Boden liegenden Fotografen herablächeln.

 
 
 
Mit Accessoires kann eine Gruppe unter ein bestimmtes Motto gestellt werden (z.B. rote Mützen, Blumen, Regenschirme, Hüte, Koffer usw.).

 

 

 

Tipps und Tricks

  1. Meine Ausstrahlung, die ich hinter der Kamera erzeuge, trägt viel zur Stimmung auf dem Gruppenbild bei. Wie kann ich von den Menschen erwarten, zu lächeln, wenn ich selber den Mund so verziehe, dass man mir die Schuhe damit zubinden könnte?
  2. Niemand hat Freude daran, wenn bei sich ein Doppelkinn zu sehen ist. Diesem Effekt kann entgegengewirkt werden, indem man die Gruppe auffordert, das Kinn leicht nach oben zu richten. Aber bitte nicht übertreiben!
  3. Mindestens einer hat immer die Augen geschlossen oder ist gerade dabei, zu blinzeln. Fordern Sie die Gruppe auf, die Augen zu schliessen, um sie auf Ihr Kommando gleichzeitig wieder zu öffnen. Das Risiko, dass kurz nach dem Schliessen der Augen jemand gleich wieder blinzeln muss, wird dadurch reduziert.
  4. Beim Fotografieren einer Gruppe empfiehlt sich ein Stativ oder ein stabiler Untergrund. Der Vorteil: Die Grundeinstellungen wie auch der Bildausschnitt sind fix und mit dieser Einstellungen kann weiterfotografiert werden. Dadurch habe ich als Bildmacher mehr Zeit, um mich der Gruppe zu widmen. 
  5. Über die richtige Anzahl Fotos gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich habe gute Erfahrung mit folgender Formel gemacht: So viele Fotos erstellen wie die Hälfte der beteiligten Personen, bei 20 Leuten also mindestens 10 Fotos.

 

 

Schlussgedanke

 

Das Gruppenfoto ist immer eine grosse Herausforderung und sollte auch vom Zeitaufwand her nicht unterschätzt werden. Ich kann nicht genug betonen, wie wichtig dabei klare Anweisungen sind. Eine gute Planung und Vorabklärungen über die späteren Fotoverwendung können zusätzlich hilfreich sein. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, den Horizont etwas zu erweitern und mit ein wenig Kreativität eine untypischere Aufstellung auszuprobieren. Ich wünsche Ihnen viel Geduld und Freude beim Kommandieren Ihrer Schäfchen!

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