TwitterFacebookCallback


Sabine Oettrich
Online-Marketing-Spezialistin
 
041 318 34 34
s.oettrichbag.ch
Newsletter abonnieren

09.03.2016

Kategorie: Trends


Big Data: wie KMUs von der Datenflut profitieren

 

Immer mehr Daten werden in immer kürzerer Zeit generiert. Diese Datenflut sinnvoll zu verwerten, ist eine zentrale Herausforderung und ein Wettbewerbsvorteil für Firmen. Gerade KMUs können von Big Data profitieren. Wie kleine und mittelständische Unternehmen ihre Datenbestände nutzen können, wird im Beitrag verraten.

 

Big Data geht uns alle an. Längst sind Daten und deren Verwertung kein Thema, das nur global agierende Konzerne oder Technologiefirmen betrifft. Denn es wird zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, geschickt mit wachsendem Datenmaterial umzugehen. Neu ist das Thema Big Data dabei nicht: Wissen und Informationen sind schon lange in grosser Zahl vorhanden. Verändert hat sich hier vor allem die Menge der Daten selbst. Zu Lebzeiten von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des modernen Buchdrucks, verdoppelte sich das verfügbare Wissen rund alle 50 Jahre. Heute wächst die Zahl der Daten bereits alle zwei Jahre um das Doppelte. Immer schneller werden also immer mehr Daten produziert.

 

 

 

Was Big Data ist

 

Der Begriff «Big Data» bringt ein Phänomen unserer Zeit auf den Punkt: Wir verfügen über riesige Datenbestände. Viele dieser Daten werden von den Unternehmen selbst produziert. Zudem können Firmen auf externe Informationsquellen zugreifen. Big Data heisst, dass Datenmaterial in grosser Menge vorliegt und immer schneller anfällt. Zudem gibt es einen bedeutenden Punkt, der Daten überhaupt erst zu «Big Data» werden lässt: das gezielte Auswerten und Nutzen von Informationen. Dank immer besserer Rechnerleistung können Daten auch immer schneller verarbeitet werden.

 

Kurz gesagt: Big Data bedeutet, Daten zu besitzen, diese auszuwerten und sinnvolle Schlüsse daraus zu ziehen. Auch das ist nichts Neues: Schon der mittelalterliche Kaufmann sammelte Informationen über Lagerbestände und Verkäufe. Im Gegensatz zum Handelstreibenden im Mittelalter haben wir heute die Möglichkeit, viel grössere Datenmengen auszuwerten – und ganz verschiedene Daten miteinander zu kombinieren und in Beziehung zu setzen. Zum Beispiel kann eine Pension ihre Buchungsanfragen und die Zimmerbelegung mit allgemein verfügbarem Wissen über die Reisepräferenzen bestimmter Zielgruppen zusammenfügen. So können bessere Prognosen über die zukünftige Auslastung der Pension getroffen und Kunden besser angesprochen werden.

 

 

Verborgene Datenschätze heben

 

Zahlreiche Unternehmen – grosse und kleine – verfügen über verborgene Datenschätze. Daten also, deren man sich gar nicht bewusst ist. Welche Möglichkeiten gibt es, diese Schätze zu heben und nutzbar zu machen? Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.


Mit Big Data lassen sich unbekannte Zusammenhänge entdecken, Angebote besser personalisieren und effizienter Prognosen treffen. Abläufe können optimiert und Entscheidungen faktenbasiert gefällt werden. Daten können im Endeffekt dabei unterstützen, der Konkurrenz den entscheidenden Schritt voraus zu sein – und bares Geld zu sparen.

 

 

Zahlreiche Datenquellen verfügbar

 

Auf dem Datenmarkt kann man eine Vielzahl von Informationen finden. Google bietet mit seinem Dienst Google Trends spannende Einblicke zu beliebten Suchanfragen. Zudem geben Bund und Kantone verschiedenste Datensätze nach aussen. Beispiele für solche Datenquellen sind das Portal Open Data, das Bundesarchiv oder das Datenportal des Bundesamts für Statistik. Das Projekt «opendata.swiss» führt auf seiner Website unterschiedliche öffentliche Daten zusammen – unter anderem Behördendaten, Wetterinformationen und historische Dokumente.

 

Unternehmen generieren selbst eine Vielzahl von Daten. Dazu gehören Adressen, Mails, Kundendaten, Preislisten, Verkaufszahlen, Messdaten oder Website-Statistiken. Eine Website liefert über kostenlose Analyseprogramme vielfältige und detaillierte Informationen über ihre Besucher. Auch für Social-Media-Plattformen sind statistische Auswertungen zum Standard geworden. Beim Eingang von Aufträgen werden ebenso Daten erfasst wie bei der Änderung von Lagerbeständen. Jedes Unternehmen verfügt über Stammdaten, die Informationen zu Kunden, Produkten oder Mitarbeitern beinhalten. Bereits aus solchen Basisdaten lassen sich nützliche Erkenntnisse ableiten.

 

Ein gezielter Umgang mit Daten kann also KMUs ebenso nutzen wie grösseren Unternehmen. Für kleinere Firmen ist es wichtig, sich der verfügbaren Daten überhaupt bewusst zu werden. Wichtig ist deshalb, eigene Datenbestände gut zu pflegen. Mit Blick auf die wachsende Bedeutung von Big Data ist zudem empfohlen, Daten zusammenzuführen und sinnvoll abzulegen.

 

 

 Wie sich Big Data nutzen lässt

 

Wie nun können KMUs konkret von Big Data profitieren? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Fest steht aber: Viele Daten liegen ungenutzt herum. Verwenden Unternehmen ihre Daten sinnvoll, haben sie oft die Nase vorn.

 

Ein klassisches Beispiel für Big Data sind Kundenkarten, wie man sie bei Coop oder Migros erhält. Die Handelsketten erfassen damit das Einkaufsverhalten der Kartenbesitzer – und können ihre Kunden so mit individualisierten und passenden Angeboten umwerben. Einem Käufer, der regelmässig Babynahrung erwirbt, können Angebote für Spielzeuge oder Kinderkleidung gemacht werden.

 

Besonders gut zum Einsatz kommt Big Data im Hinblick auf digitale Strategien. Mit der Nutzung einer Website, eines Onlineshops, einer Online-Werbekampagne oder sozialer Medien werden zahlreiche Daten gesammelt. Diese können Rückschlüsse auf das Nutzerverhalten, die Interessen und Präferenzen der Besucher geben. Verknüpft man diese Daten z.B. noch mit den Absatzzahlen im lokalen Geschäft, lassen sich umfangreiche Erkenntnisse über die Kunden erzielen. Produkte können so zielgerichteter ausgesucht und vermarktet werden. Auch der Kontakt zu Neukunden kann verbessert werden.

 

 

Big Data geht uns alle an

 

Spricht man über Big Data, ist das nicht nur ein Thema für einzelne Unternehmen, sondern betrifft im Grunde die gesamte Gesellschaft: Big Data berührt Fragen wie Datenschutz, Personendaten oder Datenmissbrauch. Denn Daten sind nicht einfach so «da», sondern müssen erhoben und gespeichert werden. Viele der Daten betreffen Menschen – zum Beispiel Mobilfunkdaten, Material öffentlicher Kameras oder die Browserhistorie, die beim Surfen im Internet entsteht. Hier ist die Frage, wer welche Daten erheben und speichern darf und wie in Zukunft gesamtgesellschaftlich mit grossen Datenmengen umgegangen wird.

 

 

Ich bin ein KMU. Wie sollte ich mit Big Data umgehen?

 

Zuerst einmal: Nehmen Sie die Thematik ernst. Big Data ist mehr als ein Trend, die Rolle von Daten wird zunehmend wichtiger. Bevor Daten gesammelt bzw. ausgewertet werden, sollten strategische Ziele sowie wichtige Kennzahlen festgelegt werden, die Sie messen möchten. Big Data ist erst dann wirklich sinnvoll, wenn aus grossen Datenmengen relevante Datenmodelle entstehen, aus denen konkrete Handlungsaktionen und Strategien hervorgehen. Nur dann hat Big Data auch einen Einfluss auf den tatsächlichen Geschäftserfolg.

 

Auch wenn der Name «Big Data» es anders impliziert: Als Unternehmen muss nicht zwangsläufig ein aufwendiges Big-Data-Projekt angestossen werden. Bereits die Zusammenführung von vorhandenen Daten – etwa die Verknüpfung der Statistiken von Onlineshop und Website – kann wertvolle Informationen liefern, die dabei helfen können, z.B. das Kundenverhalten besser kennenzulernen. Ein Beispiel ist die Nutzung des Analyse-Tools Google Analytics, das allen Websitenutzern kostenlos zur Verfügung steht.

Kommentare (0)


Zur ÜbersichtMehr Artikel dieses AutorsMehr Artikel dieser Kategorie

Teilen Sie uns Ihre Meinung oder Anfrage mit


Gerne ergänzen wir unsere Beiträge mit Ihren Meinungen und Kommentaren.