Startseite Alt+0Navigation Alt+1Inhalt Alt+2Kontakt Alt+3Sitemap Alt+4Suche Alt+5
 

 
 
 
 
 

Buchpreisbindung

 

«Wir überleben, wenn die Vielfalt bleibt»

 

In der Schweiz ist der Buchmarkt gegenwärtig nicht reguliert. Vor einem Jahr hat das Parlament beschlossen, die Buchpreisbindung wieder einzuführen. Das Kulturgut Buch soll zu einem einheitlich festgelegten Preis verkauft werden. Weil das Referendum dagegen ergriffen wurde, befinden die Stimmbürger am 11. März über die Wiedereinführung.  

 

Brunner AG, Druck und Medien führt mit dem Brunner Verlag und dem rex verlag zwei Verlage. Markus Kappeler, Leiter rex verlag, nimmt zu vier Thesen über die Buchpreisbindung und ihre Auswirkungen Stellung. 



These 1: Das Buch wird durch einen freien Ladenpreis für Kundinnen und Kunden günstiger.

 

Die Topseller werden günstiger. Die Grossen wie Weltbild oder Thalia verkaufen die Bestseller zu Preisen, zu denen unsere Versandbuchhandlung diese nicht einmal beziehen kann. Aber «normale» Bücher wurden seit der Aufhebung der Preisbindung in der Schweiz fast durchwegs 10% bis 20% teurer. Kleine Verlage wie wir subventionieren die Grossen quer.

 

 

These 2: Die Wirtschaft funktioniert mit einem liberalisierten Handel am besten.

 

In Grossbritannien mit einem vollkommen deregulierten Buchmarkt sind seit 2005 von 4000 Buchhandlungen 1800 geschlossen worden. Es überleben nur die Grösseren. In der Schweiz werden das vor allem Filialisten sein, deren Einkauf von Deutschland aus gesteuert wird. Ein Schweizer Buch mit kulturellen Eigenarten hat da wenig Aussicht auf Erfolg. Von den Verlagen und Buchhandlungen in der Schweiz unterstützt übrigens einzig ex libris das Referendum. Als Kind lernte ich ex libris als Förderer von Schweizer Schriftstellern kennen. Heute gibt es für die Migros-Tochter nur noch den Verdrängungskampf über den Preis.

 

 

These 3: Mit der Buchpreisbindung wird falsche Strukturerhaltung betrieben.

 

Der Bundesrat begründet seine Unterstützung der Buchpreisbindung kulturpolitisch und finanziell als «Buchförderung, die den Steuerzahler keinen Rappen kostet». Trotzdem, der Strukturwandel wird weitergehen. Aber Buchhandlungen, die Kundenwünsche ernst nehmen, bleiben im Rennen. Auch unsere Verlage müssen sich laufend anpassen, kostengünstiger werden und Nischen suchen. rex verlag gab das einst erfolgreiche Jugendbuch auf, weil wir mit unseren Schweizer Schriftstellern nicht mehr in die von Deutschland dominierten Verkaufskanäle kamen. Nun konzentrieren wir uns auf den pädagogischen Teilmarkt und suchen Kooperationen mit deutschen Partnern.

 

 

These 4: Der Internethandel wird die Preisbindung umgehen.

 

Heute hält sich Amazon strikte an die Preisbindung, die in allen umliegenden Ländern gilt. Warum soll sich Amazon einzig bei Lieferungen in die Schweiz um Gesetze foutieren? Das Internet ist nicht ein rechtsfreier Ort.

 
 
 
 

Was ändert sich für unsere Kundschaft, wenn die Buchpreisbindung wieder eingeführt wird?

 

Markus Kappeler: Für die Kunden unserer Internet-Versandbuchhandlung www.rex-buch.ch ändert sich nichts. Wir verkaufen heute zu den empfohlenen Preisen, die nach Wiedereinführung einfach wieder fix sind. Aber wir können unsere Kundschaft wieder mit gleichen Preisen bedienen wie die Konkurrenz und mit Beratung und Zusatzdienstleistungen punkten.

 

Für unsere Verlage ist die Stärkung einer Buchhandelslandschaft entscheidend, die nicht von Deutschland gesteuert ist und auch Bücher mit Lokalkolorit anbietet. Wir überleben, wenn eine Vielfalt an Angeboten bleibt.

 


 
 
 

Kontakt

 
 

Markus Kappeler

Verlagsleiter rex verlag bei Brunner AG, Druck und Medien

Tel. 041 318 34 75
m.kappeler(a)bag.ch

 
 
 
 
 
 
 

Buch-Shop

  • Hier finden Sie Bücher zu den Themen Pädagogik, Schule, Jugend und pastorale Arbeit.
  • Bestellen Sie aus dem BZ-Katalog mit einer Auswahl von mehr als 1 Mio. Büchern.

zum Buch-Shop