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Sandra Barmettler
Web- & Mediapublisherin
 
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07.02.2018

Kategorie: Print


Textumflüsse im InDesign

 

Ein starres Fliesstextlayout kann im InDesign mithilfe von Bildern, Boxen oder einfach nur einzelnen Buchstaben aufgelockert werden. Das Zauberwort dazu heisst Textumfluss und beschreibt eine Funktion im InDesign. In diesem Beitrag zeige ich einige Beispiele auf und erkläre, welche Einstellungen dafür notwendig sind.

 

 

Grundprinzip und Varianten des Textumflusses

Damit ein Lauftext überhaupt durch ein Textumflusselement aufgelockert werden kann, muss er entsprechend breit sein. Bei zu schmalen Textspalten ist es viel schwieriger, einen schönen Textumfluss hinzubekommen, als wenn die Textspalte breiter ist. Bei schmalen Spalten empfehle ich, das Textumflusselement am Seitenrand zu platzieren und den Fliesstext nur leicht zu tangieren (siehe Beispiel 2).

 

 

 

Beispiel 1: Bei zu schmalen Spalten ergeben sich schnell grosse Löcher und ein unschönes Textbild, wenn das Textumflusselement mittig eingefügt wird.

 

 

 

Beispiel 2: Sind die Spalten schmal, wird das Textumflusselement vorzugsweise am Rand zu platziert. Es entsteht eine tolle Wirkung und die Lesbarkeit des Textes wird nicht negativ beeinträchtigt. (Bildquelle Mann: pixabay.com)

 

 

Anleitung

  • Um normalen Textfluss mit einem Zitat oder einer Infobox aufzulockern, muss das Zitat in einer seperaten Textbox erstellt werden.
  • Anschliessend kann ich diese Textbox anwählen und mithilfe des Fensters «Textumfluss» die gewünschte Textverdrängung einstellen.
  • Dabei kann ich mit den verschiedenen Einstellungen experimentieren, bis ich die gewünschte Wirkung des Textumflusses gefunden habe.

 

 

 

a) Ohne Textumfluss: Es wird kein Textumfluss erstellt.

b) Umfliessen der Boundingbox: Die ganze Text- oder Bildumflussbox verdrängt den Fliesstext. Wie gross die Verdrängung nach oben, unten, links und rechts sein soll, kann ich selber regeln (siehe Beispiel 3). Die verdängenden Werte können pro Umflussseite unterschiedlich gewählt werden.

c) Umfliessen der Objektform: Mit dieser Option kann ich die Kontur auswählen. Ist ein entsprechender Freistell-Pfad oder eine Freistell-Maske vorhanden, wird dies von InDesign erkannt und übernommen. Mit den Werten kann ich die Grösse des Textumflusses anpassen (siehe hellblaue Kontur von Beispiel 2). Bei «Umfliessen der Objektform» können die Verdrängwerte nicht mehr unterschiedlich angepasst werden. Es gilt ein Wert für die ganze Kontur.

d) Objekt überspringen: Hier werden alle Zeilen, die rechts und/oderlinks von der Textumflussbox stehen, verdrängt (siehe Beispiel 4).

e) In nächste Spalte springen: Dabei wird alles verdrängt, was sich unter der Textumflussbox befindet.

 

Wichtig: Beim Textumfluss muss ich immer den verdrängten Fliesstext im Auge behalten! Es dürfen keine grossen Löcher zwischen den einzelnen Buchstaben entstehen (siehe Beispiel 1).

 

 

Beispiel 3: In breiten Spalten ist das Platzieren eines textumfliessenden Elements kein Problem. Auf Löcher oder unschöne Verdrängungen muss trotzdem immer geachtet werden.

 

 

 

Beispiel 4: Falls nötig kann ich die ganze Zeile verdrängen lassen. Dadurch erspare ich mir das Problem mit den Löchern im verdrängten Fliesstext, benötige aber viel mehr Platz und unterbreche den Lesefluss.

 

 

 

Textumfliessende Bilder

Ganz toll finde ich, wenn ein passendes Bild als Textumflusselement eingesetzt werden kann. Meistens eignen sich dafür nur freigestellte Bilder respektive Bilder auf weissem Hintergrund. Je nach Dateiformat und vorbereitetem Bildmaterial steht eine Photoshop-Datei mit Freistell-Maske oder Beschneidungspfad zur Verfügung. Alternativ versuche ich es mit «Kanten suchen» bei der Auswahl unter den Konturoptionen. Nach meiner Erfahrung funktioniert diese «Quick and Dirty»-Variante sehr zuverlässig. Den Rest steuere ich anschliessend mit der Eingabe des Wertes für die Textverdrängung.

 

Anleitung

  • Bild platzieren und «Umfliessen der Objektform» darauf anwenden.
  • Anschliessend die Kontruoption anwählen und den Wert des Textumflusses eingeben. Manchmal muss das Bild etwas verschoben oder die Bildgrösse angepasst werden. Oder aber eine andere Konturoption erzeugt eine bessere Wirkung. Hier müssen Sie ein wenig experimentieren.

 

 

 

Beispiel 5: Ein Bild ist für die Gestaltung einer Seite in der heutigen Zeit ein Muss. Wenn ich es schaffe, das Bild mit dem Text quasi zu verschmelzen, ist mir die Aufmerksamkeit des Lesers gewiss. (Bildquelle Sanduhr: pixabay.com)

 

 

 

Die Text-Hintergrundbild-Kombination

Wenn keine Konturoption möglich ist oder wenn es schneller gehen muss, kann mit dem Pfadwerkzeug eine umfliessende Kontur erstellt werden.

 

 

  • In Beispiel 6 habe ich die Frau und das Gebäude direkt im InDesign mit dem Pfadwerkzeug «nachgezeichnet».
  • Anschliessend habe ich den Wert so gewählt, dass der Lauftext nicht am Bild klebt und keine Löcher entstehen.
  • Wenn ich den Pfad im InDesign anpassen muss, empfehle ich, den Textumfluss wieder auf «ohne Textumfluss» zu stellen. Anschliessend kann ich den Pfad entsprechend korrigieren, ohne dass mich viele Hilfslinien irritieren. Nach der Korrektur wähle ich die Textumfluss-Option wieder an und überprüfe meine Korrektur.

 

 

Beispiel 6: Dieses Beispiel demonstriert eine fast perfekte Bild-Textumfluss-Kombination. (Bildquelle Frau: pixabay.com)

 

 

 Umfliessende Buchstaben

Es müssen nicht immer Bilder sein! Eine weitere Idee zur Auflockerung von Lauftext kann das Platzieren eines grossen, verdrängenden Buchstabens sein (siehe Beispiel 7). Das ist eine sehr schnelle und einfache Methode, die meiner Meinung nach eine tolle Wirkung erzeugt. Auch hier gilt es darauf zu achten, dass bei der Verdrängung keine grossen Löcher im Lauftext entstehen.

 

  • Um die Verdrängung eines einzelnen Buchstabens zu ermöglichen, muss ich diesen zuerst in einen Pfad umwandeln (unter Menü «Schrift» → «in Pfade umwandeln»).
  • Anschliessend kann ich diesen oder, wie in Beispiel 7, mehrere gepfadete Buchstaben auswählen und den gewünschten Textumfluss einstellen.

 

 

 

 Beispiel 7: Zugegeben, dieses Beispiel hat übertrieben viele Buchstaben auf einer Seite. Aber es veranschaulicht den Textumfluss und den Verlauf des Lauftextes um die einzelnen Buchstabenformen sehr gut.

 

 

Mein Fazit

Textumfluss im Fliesstext ist immer auch eine Geschmackssache. Für mich hebt sich ein sorgfältig gestalteter Textumfluss jedoch von einem nullachtfünfzehn gestalteten Textlayout ab und bietet eine Abwechslung für den Leser. Natürlich sollten Textumflüsse nicht auf Teufel komm raus erzwungen werden! Nicht jedes Bild oder jede Fliesstextbreite eignet sich für einen Textumfluss. Dennoch kann ich diese Gestaltungsmöglichkeit allen weiterempfehlen, die sich Zeit nehmen können und wollen, Textseiten sorgfältig zu gestalten und damit zu experimentieren.

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