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Tobias Röllin
Technopolygraf
 
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02.11.2017

Kategorie: Print


Brunner druckt nach neuer Norm – wie erzeugen Sie korrekte Druck-PDFs?

 

Im Sommer haben wir eine neue Druckmaschine mit neuster Technologie in Betrieb genommen. Ein idealer Zeitpunkt, um den Druckprozess an die aktuellen Normen anzupassen. Über die neue Norm habe ich vor einiger Zeit schon einmal geschrieben. Dieser Blogbeitrag ist eine leicht angepasste Version des damaligen Artikels und soll unseren Kunden und Datenlieferanten aufzeigen, was sich für sie geändert hat.

 

 

 Warum die angepasste Norm?

 

Die geänderte Norm (PSO 12647-2:2013) wurde nötig, um den veränderten technischen Rahmenbedingungen bei Druck und Papieren Rechnung zu tragen. Die wichtigste Änderung ist, dass heutigen Papiersorten mehr optische Aufheller zugesetzt sind als früher. Optische Aufheller werden durch den UV-Anteil im Licht angeregt und lassen das Papier «weisser» – in Wirklichkeit leicht bläulich – erscheinen. Mit den bisherigen Profilen hatte dies zur Folge, dass die visuelle Übereinstimmung von Proof und Druck nicht immer optimal war.

 

 

Was ändert sich für Sie als Datenerzeuger?

 

Für den Bogenoffsetdruck gibt es zwei neue ICC-Profile:

 

  • PSOcoated_v3.icc für gestrichene Papiere (ersetzt ISOcoated_v2.icc)
  • PSOuncoated_v3_FOGRA52.icc für ungestrichene Papiere (ersetzt PSOuncoated_ISO12647_eci.icc)

 

Für die Datenerstellung sollten nach Möglichkeit nur noch diese beiden Profile verwendet werden.

 

 

 

 

In den aktuellen Adobe-Programmen gibt es bestimmt schon passende Farbeinstellungen, oder?

 

Leider nein! In den neusten CC-Applikationen von Adobe gibt es keine vorkonfigurierten Farbsettings, die der neuen Norm entsprechen. Hier ist Adobe schlicht nicht auf der Höhe der Zeit.
Es gibt aber gute Hilfestellungen: bei PDFX-ready finden Sie detaillierte Anleitungen und alle nötigen Downloads, um Ihre Adobe-Applikationen korrekt nach neuer Norm zu konfigurieren. Ich empfehle Ihnen, Ihre Programme gemäss dem PDF/X-4 CMYK-Workflow einzurichten. Nutzen Sie diese Hilfestellung, es lohnt sich!

 

 

 

Sehen meine Nachdrucke jetzt anders aus?

 

Visuelle Abweichungen sind durchaus möglich, abhängig auch von der eingesetzten Papiersorte. Im Zweifelsfall bringt ein Proof mehr Sicherheit.

 

 

Was mache ich mit meinen bestehenden Daten?

 

Für Bilddatenarchive empfehle ich, die Bilder in einem ausgabeneutralen RGB-Farbraum vorzuhalten und die Bilder beim PDF-Export aus InDesign für das passende Druckverfahren zu konvertieren, wie es auch die Kollegen von PDFX-ready bevorzugen.
Bestehende Druck-PDFs, die noch mit den alten ISOcoated- oder PSOuncoated-Profilen erstellt wurden, können wir nach Absprache trotzdem korrekt aufbereiten.

 

 

Wo finde ich weitergehende Informationen?

 

Die Kollegen von Cleverprinting bieten in ihren Handbüchern umfassende, aber trotzdem leicht verständliche Informationen zu Color Management und Druckprozess. Die FOGRA und die ECI sind an der Entwicklung der neuen Normen massgeblich beteiligt.

 

 

Fazit

 

Neue Normen erfordern immer einiges an Anpassungsarbeit und -wille, auf unserer Seite wie auch bei Ihnen als Datenerzeuger. Im Endeffekt resultiert aber immer eine vorausschaubare, sichere Produktion Ihrer Druckerzeugnisse! Nutzen wir diese Chance!

 

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